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Neu auf dem Markt

Kommunikationsdesigner Daniel Ober beschäftigte sich mit Medienfotos zum WM-Sieg (Foto: Marco Gierschewski)
Kommunikationsdesigner Daniel Ober beschäftigte sich mit Medienfotos zum WM-Sieg (Foto: Marco Gierschewski)

[24|03|2015]

17 Design-AbsolventInnen der Hochschule München präsentierten im März ihre Abschlussarbeiten

Die Abschlussarbeit ist abgegeben und benotet, das Berufsleben kann starten. Aber bis zum Sommer warten, wenn in der großen Einblick-Ausstellung alle Abschlussarbeiten des vergangenen Jahres an der Fakultät für Design ausgestellt werden? Das war den frischgebackenen Design-AbsolventInnen der HM zu lang. Also organisierten sie mit Unterstützung von Prof. Xuyen Dam auf eigene Faust die Ausstellung NEU NEU NEU .

 

Kunst und Handwerk: Design ist beides. Unter den 17 Arbeiten aus den Bereichen Kommunikations-, Industrie- und Fotodesign waren solche, die sich mit praktischen Fragen beschäftigen, genauso wie solche mit eher abstraktem, experimentellem Charakter.

 

Kommunikationsdesigner Lucas Gebhardt-Seele machte zum Beispiel aus Musik ein Buch: „Schee Schiach“. Mit Typografie, Illustration und Farbe verwandelt er Rapsongs aus München und über München in visuelle Kompositionen. Industriedesigner Pawel Szczypinski wiederum spielte mit dem Konzept „Tisch“, indem er verschiedene Materialien, Transparenzen und Dekonstruktionen verwendete. Fotodesignerin Lila Hartig präsentierte mit „the 51st state“ eine Fotoreportage über die amerikanischen Militärstützpunkte in Bayern, Stefan Loeber fotografierte das schwierige Leben der Beduinen in der israelischen Negevwüste.

 

Neue Ideen für die Design-Arbeitswelt

Unter den Arbeiten aus den Bereichen Kommunikationsdesign gab es viele praktische Anwendungen: zum Beispiel Proofport, ein Datenmanagementkonzept für Designprojekte (Evgeny Becker) oder ein Grafikbüro auf Rädern (Natascha Baumhauer).

 

Pamela Maieli und Regina Biberger beschäftigten sich in ihren Arbeiten mit der Hochschule selbst, genauer gesagt mit dem Gebäude in der Lothstraße 17 , das ab 2018 die Fakultät für Design beherbergen wird. Regina Biberger entwarf dafür ein Gebäudeleitsystem mit verschiedenen Schildertypen, basierend auf Situationen wie der Suche nach einem Hörsaal. Pamela Maieli ging auf die Meta-Ebene: Sie entwarf einen Leitfaden für GestalterInnen, der die verschiedenen Themen und Etappen eines solchen Projekts abbildet und mit Checklisten einen Projektplan an die Hand gibt, der die konzeptionelle Arbeit unterstützt.

 

Die Kommunikationsdesignerinnen Regina Biberger und Pamela Maieli beschäftigten sich mit Gebäudeleitsystemen (Foto: Marco Gierschewski)
Die Kommunikationsdesignerinnen Regina Biberger und Pamela Maieli beschäftigten sich mit Gebäudeleitsystemen (Foto: Marco Gierschewski)
Einen Platz auf dem Spielfeld finden

Für die AbsolventInnen heißt es nun, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren und neue Wege zu gehen. „An unserer Fakultät hat man im Studium viel Freiheit, um seinen eigenen Weg zu finden. Gutes Design verkauft sich leider nicht immer am besten. Es geht also darum, die eigene Position auf dem Spielfeld des Berufslebens zu finden“, sagte Prof. Peter Naumann, Dekan der Fakultät für Design, bei der Eröffnung.

 

Wie „danach“ aussehen kann, zeigten die Kurzvorträge dreier Alumni der Fakultät: Sabine Otzelberger arbeitet in der Agentur Martin et Karczinski, Philipp Dettmer und Stephan Rether haben sich mit ihrer Agentur Kurzgesagt selbstständig gemacht und spezialisieren sich auf Infografiken und -videos, und Silvio Knezevic verbindet seine Kenntnisse als gelernter Koch und Fotodesigner im Bereich der Food-Fotografie.

 

Man solle nie aufhören, sich selbst Fragen zu stellen, betont Sabine Otzelberger: Will ich weiterhin Designer sein? Selbstständig oder angestellt? Kann ich eigene und fremde Erwartungen erfüllen? Wie finde ich meinen kreativen Prozess? Wie bewege ich mich in vorhandenen beruflichen Strukturen?

 

Niemals aufgeben, aber auch nicht naiv sein, das gibt Philipp Dettmer den AbsolventInnen mit: „Überlegt euch, was ihr machen wollt, und arbeitet darauf hin. Wenn es den Job nicht gibt und euch niemand dafür bezahlt, dann tut einfach so als ob. Aber lernt auch, wie man ‚business‘ macht: Umsatzsteuer zahlen, To-Do-Listen machen, nicht über den Tisch ziehen lassen. Eure Arbeit hat einen Wert.“

 

 

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Claudia Köpfer